Landesverbandstag am 29. März 2008
Beschlüsse
1. Der DJV-Landesverband Thüringen sieht für die Tarifrunde im Tageszeitungsbereich folgende Prioritäten:
- Beschäftigungssicherung hat oberste Priorität.
- Der Arbeitsdruck in den Redaktionen muss reduziert und die Kernkompetenz gestärkt werden.
- Hauptberuflich freie Journalisten/Journalistinnen sind adäquat den Festangestellten zu bezahlen.
Mit dem Gehaltsabschluss soll mindestens der Inflationsausgleich erreicht werden.
2. Die "Haushalts-, Kassen- und Rechungslegungsordnung" des Deutschen Journalisten-Verbandes, Gewerkschaft der Journalisten, Landesverband Thüringen e. V" ist zu überarbeiten.
3. Der Landesverbandstag bestimmt 5 Mitglieder für den Redaktionsbeirat, der für die inhaltliche Planung der Mitglieder-Info "DJV Thüringen spezial" zuständig ist. Die Amtszeit beträgt, analog des Landesvorstandes, zwei Jahre.
Beschluss: Überweisung an den Gesamtvorstand des DJV-Landesverbandes Thüringen.
4. Der Landesverbandstag hat eine neue Beitragsordnung beschlossen, die ab 01.01.2009 gilt.
Wahlen
Delegierte zum DJV-Verbandstag in Rostock
Gewählt wurden in der Reihenfolge der erhaltenen Stimmen:
Frank Michael Wagner, Marina Hube, Petra Beck, Britt Mandler, Wolf-Dieter Bose, Dr. Michael Plote, Dr. Eckhard Ullrich, Uwe Büchner.
Kraft DJV-Satzung ist Wolfgang Marr aufgrund seiner Funktion Teilnehmer des DJV-Verbandstages sowie Ralf Leifer Teilnehmer mit beratender Stimme.
Die genaue Delegiertenzahl wird auf der Grundlage der Mitgliederzahlen zum 30. Juni 2008 ermittelt.
Pressemitteilungen
Landesverbandstag
Lösungsansätze in der Tarifpolitik
Der DJV-Landesverband Thüringen führt seinen Landesverbandstag am 29. März 2008, ab 10.00 Uhr, im Arnstädter Hotel Krone am Bahnhof (Am Bahnhof 8) durch. Auf der Tagesordnung stehen neben den obligatorischen Berichten die Wahl der Delegierten zum DJV-Verbandstag in Rostock im November. Dem Landesverbandstag liegen außerdem mehrere Anträge zur Beschlussfassung vor.
Inhaltlich wird sich der Landesverbandstag mit der Tarifpolitik im Printbereich und der Kommunikation im Landesverband befassen. Tarifpolitisch geht es um mehr als nur die Gehaltsrunde. Auf die Auslagerungen, Leiharbeit in den Verlagen, die Verbandsaustritte und Mitgliedschaften ohne Tarifbindung auf Arbeitgeberseite müssen Antworten gefunden werden. "Das schließt auch die Schaffung von Möglichkeiten zur schnelleren und intensiveren Kommunikation mit den DJV-Mitgliedern ein", so Landesvorsitzender Wolfgang Marr. Im Vorfeld des Landesverbandstages hat es eine Umfrage in der Mitgliedschaft zur DJV-Tarifpolitik gegeben, deren Ergebnisse in Arnstadt diskutiert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt wird die Aus- und Weiterbildung sein. Crossmediales Arbeiten setzt zusätzliche Kompetenzen der Journalistinnen und Journalisten voraus. Bei alldem darf die journalistische Recherche nicht in den Hintergrund rücken. Wolfgang Marr fordert deshalb "die Einhaltung journalistischer Qualitätsstandards in den journalistisch geprägten Medien, um sich von den im Internet anzutreffenden Kommunikationsformen unterscheiden und so den Nutzern Orientierung bieten zu können."
Der DJV-Landesverband Thüringen organisiert drei Viertel der in Thüringen tätigen hauptberuflichen Journalistinnen und Journalisten. Erwartet werden zum Landesverbandstag auch Verbandsvertreter aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern, NRW, Sachsen und Sachsen- Anhalt.
Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen.
Landesverbandstag
DJV fordert mehr Realeinkommen
Der DJV-Landesverband Thüringen tritt für einen Gehaltszuwachs für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen ein, der über der derzeitigen Inflationsrate liegt. Die Zeit maßvoller Gehaltsabschlüsse sei vorbei. Einer Inflationsrate von 13,4 % seit 2000 steht eine Gehaltsteigerung von lediglich 9,7 % im gleichen Zeitraum gegenüber. "Das Realeinkommen muss wegen stetig steigender Lebenshaltungskosten spürbar wachsen", so DJV-Landesvorsitzender Wolfgang Marr auf dem Landesverbandstag in Arnstadt.
Die Sicherung der Beschäftigung in den bereits meist am unteren Limit personell ausgestatteten Redaktionen ist vordringliche Aufgabe. Journalistinnen und Journalisten benötigen zeitliche Freiräume für die Recherche im öffentlichen Interesse und dürfen nicht mit technischen Arbeiten überhäuft werden. Der DJV fordert, dass hauptberuflich Freie adäquat den Festangestellten bezahlt werden. Es müsse Schluss sein mit der Entwertung journalistischer Arbeit. Wenn Verleger nicht mehr journalistische Arbeit wertschätzen, können sie keine Wertschätzung für das von ihnen herausgegebene Produkt vom Leser erwarten. Für das Überleben der journalistisch geprägten Medien ist nach Ansicht des Berufsverbandes die konsequente Umsetzung journalistischer Standards unerlässlich. Bereits in der Ausbildung muss stärkeres Augenmerk auf die Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten, der gesetzlichen Grundlagen und des gesellschaftlichen Auftrags des Journalismus gelegt werden. Praktikanten, Trainees und Volontäre dürfen kein billiger Ersatz für qualifizierte Redakteure sein.
Der Berufsverband erwartet vom Thüringer Gesetzgeber, dass er die Hürden des Bundesverfassungsgerichts bei der Überwachung von Berufsgeheimnisträgern, zu denen auch Journalisten zählen, im Novellierungsverfahren der Polizei- und Sicherheitsgesetze konsequent beachtet und die Gesetze bis zum Sommer 2008 verabschiedet. Der DJV fordert, die Unterscheidung in mehr oder weniger schützenswerte Vertrauensberufe aufzugeben.
Der seit Jahresbeginn zirkulierende Prüfbericht der Rechnungshöfe zu den Personalkosten des MDR ist nach Ansicht der Journalistengewerkschaft an Peinlichkeiten kaum zu überbieten. "Wer meint, ein Arbeitgeber kann tarifliche Leistungen einfach kürzen oder streichen, hat die verfassungsrechtlichen Grundlagen der Tarifautonomie nicht begriffen", so DJV-Landeschef Wolfgang Marr.