MDR-Vergütungsrunde
Taugt das neue Angebot zum Abschluss?
20. Mai. 2009 – Allein die Ankündigung eines weiteren Warnstreiks bewirkte kurzfristig eine Einladung des MDR-Intendanten zum Gespräch am vergangenen Montag.1. Festangestellte
Beim Gesamtvolumen der Gehaltserhöhung von 5,3 % war der Intendant unnachgiebig. Er könne keine Gehaltserhöhung über dem SWR- oder BR-Abschluss zusagen. Das sei weder in der Politik noch bei den Rechnungshöfen oder in der ARD darstellbar. Den Sockelbetrag hält er für überflüssig, weil nach Einschätzung der KEF beim MDR die unteren Gehaltsgruppen zu viel bekommen und die oberen zu wenig. Der Hinweis auf den bei anderen Sendern zugesagten Sockelbetrag von 40 € war deshalb im Gespräch nicht durchsetzbar. Dafür sagte er die Einmalzahlung von 300 € mit dem Januar-Gehalt 2010 (zusätzlich zum bisherigen Angebot) zu. Einen Stufenplan zur Anpassung der Personalkosten an das Niveau der ARD lehnte er ebenso ab wie eine zusätzliche lineare Gehaltserhöhung von je 1 % im Jahr 2009 und 2010. Das Ziel der Angleichung ist mit diesem Angebot also nicht erreicht, bestenfalls bewegt es sich auf dem Niveau der besseren Abschlüsse in der ARD.2. Freie mit mehr als 72 Tagen im Jahr und weniger als 61.356 € Jahreseinkommen
Der Intendant stellte einen Nachholbedarf bei der Entwicklung der Honorare fest. Deshalb sollen die Mindestvergütungen um jeweils 4 % ab 1. April 2009 und 2010 angehoben werden. Zusätzlich sollen die Freien am 1. April 2009 eine Einmalzahlung in Höhe von 3 % und am 1. April 2010 von 2,3 % (Bezugsgröße ist das Jahreseinkommen des jeweiligen Vorjahres) erhalten.3. Freie, die weniger als 72 Tage im Jahr beschäftigt werden
Das Tarifvertragsgesetz bietet den Gewerkschaften und dem MDR keine Möglichkeit, Mindestvergütungen für diese Beschäftigtengruppe tariflich zu vereinbaren. Da der Intendant nun auch bei diesen Freien einen Nachholbedarf bei den Honoraren sieht, sagte er die Gewährung von Einmalzahlungen zu. Die Kriterien sollen von einer bereits bestehenden Arbeitsgruppe bis zum 30. Juni 2009 besprochen werden.4. Was sonst noch gesagt wurde
Der Intendant bezeichnete das Angebot als sein letztes, über das es nichts mehr zu verhandeln gibt. Akzeptieren es die Gewerkschaften sowie Mitarbeiter/-innen nicht, setzt er es einseitig in Kraft.Deshalb läuft ab 22. Mai eine Umfrage, bei der alle Beschäftigten bis zum 27. Mai das Gesprächsergebnis bewerten können.
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