Journalistenpreis Thüringen

Frank Michael Wagner geehrt

28. Mai. 2010 – Der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen und der Deutsche
Journalisten-Verband (DJV), Landesverband Thüringen haben anlässlich des 19. Landespresseballs den Journalistenpreis Thüringen an den Pressesprecher der Stadt Rudolstadt Frank Michael Wagner verliehen. Die zum zehnten Mal vergebene Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert und wird gestiftet vom Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen.

Der aus Königsee stammende Frank Michael Wagner absolvierte ein Studium am Literatur-Institut in Leipzig. Bevor er an das Theater Rudolstadt ging, war er als Leiter der Tourist-Information in der Stadt tätig. Im Theater arbeitete der heute 52-jährige als Dramaturg und zeichnete für die Pressearbeit verantwortlich. Der typische Seiteneinsteiger im Journalismus also, den der Herbst 1989 und die Zeit in der Bürgerbewegung wesentlich geprägt haben.

Sein Berufsweg führte ihn in das Rathaus der Residenzstadt. Zunächst in das Kulturamt. Sein Aufstieg endete 1992 zwei Etagen höher als Abteilungsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Was im arbeitsrechtlichen Sinne recht dürr klingt, beschreibt Wagner schon fast poetisch mit einem „Geheimen Amtsrat am digitalen Futtertrog einer Eier legenden Wollmilchsau“.

Scheinbar unentbehrlich, weil streitbar engagiert und hoch geschätzt. Von Bürgern und Vorgesetzten. Der 52-Jährige aus ihrer Mitte ist einer, der keiner Debatte aus dem Wege geht, und sei sie noch so schwierig zu führen. Er hat Journalisten aus allen Teilen Deutschlands nach Rudolstadt eingeladen, nicht weil er deren Ruf retten wollte. Nein, weil er den Kollegen zeigen wollte, dass es in der Stadt nicht rassistischer und fremdenfeindlicher zugeht als anderswo. Auch wenn die Ereignisse um die Anfeindungen gegen einem evangelischen Pfarrer, der die Medien 2008 auf die Situation seiner Familie im Alltagsleben aufmerksam machte, nicht mit einem Federstrich abzutun gewesen sind.

Das Tanz- und Folkfest Rudolstadt hat weltweit einen exzellenten Ruf. Da springt der erfahrene Pressesprecher den Veranstaltern schon mal helfend zur Seite. Er redet nicht über die kleinen Dinge, die auch zum Gesamtkunstwerk gehören. Aber er spricht voller Stolz von über 70 000 Besuchern jedes Jahr.

Schillers heimliche Geliebte muss auch Wagners sein. Anders lässt sich sein Engagement im Schillerjahr nicht erklären. Als die Stadt im Saalebogen dem nur einige Kilometer entfernten Weimar zeigte, wie man mit dem Dichterfürsten umgehen kann.