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Tageszeitungen

Aus für Druckerei von Freies Wort

24. Nov. 2009 – Empörung, Wut, Fassungslosigkeit – so lassen sich die ersten Reaktionen bei den Beschäftigten von Freies Wort auf die Information der Geschäftsführung zusammenfassen, dass es für das Druckzentrum in Suhl keine neue Drucktechnik gibt. Die beabsichtigte Auftragsvergabe an eine Fremddruckerei bedeutet für ca. 100 Drucker und Beschäftigte in der Weiterverarbeitung die Arbeitslosigkeit. In Suhl werden derzeit Freies Wort, stz und Neue Presse (Coburg) gedruckt.

Die Redakteurinnen und Redakteure zeigten sich in der Betriebsversammlung solidarisch und kritisierten in einer Erklärung die Entscheidung der Gesellschafter. Damit wird zugleich ein deutliches Signal an die Anzeigenkunden und Leser ausgesandt, dass es sich nicht lohne, in den Verlag zu investieren. Selbst Geschäftsführer Thomas Regge wollte negative Auswirkungen auf die Erlössituation nicht ausschließen. „Mit dieser Entscheidung“, so DJV-Landesvorsitzender Wolfgang Marr, „setzen die Verlagsmanager die Zukunft der Verlage in Südthüringen aufs Spiel.“ Statt in der Zeitungskrise die Kompetenzen der Verlage zu stärken und für den Leser attraktive Zeitungen anzubieten, werden Arbeitsplätze abgebaut, Familien in einer strukturschwachen Region zur Abwanderung genötigt und damit der Auflagenverlust beschleunigt. Angesichts der Redaktionsserie "Hier geblieben" wird sich nun mancher Leser fragen, wie es um die Glaubwürdigkeit in der Chefetage bestellt ist.

Die Begründung der Gesellschafter für ihre Entscheidung klingt wenig glaubhaft. Man wolle nicht mehr in Technik investieren, sondern in die Märkte und das Produkt. Wenn das so wäre, müssten freie Journalistinnen und Journalisten statt eines Hungerlohnes künftig ein angemessenes Honorar für ihre Texte und Fotos erhalten, müssten weiter Volontäre ausgebildet und durch Beschäftigung weiterer Redakteurinnen und Redakteure die unendlich vielen Überstunden abgebaut werden. Dafür muss aber keine Druckerei geschlossen werden, zumal es sich nicht um einen Not leidenden Betrieb und schon gar nicht um in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckende Eigentümer handelt. Die SWMH ist nach Springer der zweitgrößte Tageszeitungskonzern in Deutschland.

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