Ihre Meinung äußerten Redakteurinnen und
Redakteure vor dem Verlagsgebäude in Bad Salzungen.
Foto: Heiko Matz

Journalismus ist Mehrwert

Mehr Freiräume für Recherche und Kreativität wollen die Beschäftigten der in Bad Salzungen ansässigen Südthüringer Zeitung (stz). Das verstehen sie als Voraussetzung für Glaubwürdigkeit bei den Lesern und als Alleinstellungsmerkmal ihrer Tageszeitung in der Region. Von der Geschäftsführung forderten sie mehr Weiterbildungsmöglichkeiten, um den Lesern jene Orientierung bieten zu können, die sie in der Informationsflut benötigen. „Wir müssen ihnen erklären, warum etwas geschehen ist und welche Konsequenzen politisches Handeln für die Bürger hat.“, ist ein vielfach geäußerter Anspruch für die eigene redaktionelle Tätigkeit.

 

Mit ihrer Aktion wandten sie sich zugleich gegen Versuche von Verlagsmanagern, den Redakteursberuf auch materiell der Beliebigkeit auszusetzen. Mit einem um 30 Prozent abgesenkten Einkommensniveau nehmen die Verlagsverantwortlichen dem Beruf einen Teil seiner Attraktivität. Junge Menschen mit entsprechendem Qualifikationsniveau gehen dann in die Branchen, in denen noch Geld verdient werden kann.

Sichere Arbeit, gutes Klima und ordentlicher Lohn sind
Voraussetzungen für den Erfolg der Verlage.
Wird da schon über nächste Aktionen gesprochen?
Fotos: Cornelia Bauer

30 Prozent gut für´s Image?

13. Apr. 2011 – Beschäftigte aus der Redaktion und dem Verlagsbereich schmückten in der Betriebsversammlung beim Freien Wort (FW) in Suhl eine Osterbirke mit ihren Wünschen. Mehrfach verlangten sie eine adäquate Bezahlung für hoch qualifizierte Tätigkeiten. Journalismus bietet einen Mehrwert und unterscheidet sich vor allem durch seine aus Quellensicherheit resultierende Glaubwürdigkeit von so genannten Informations- und Mitmachportalen.

 

Selbst gemalte Ostereier schmückten den Veranstaltungsraum und enthielten natürlich auch Botschaften an die Geschäftsführung, wie beispielsweise „Tarifdumping – mit uns nicht!"

 

Ralf Leifer, Geschäftsführer des DJV-Landesverbandes Thüringen, griff eine Äußerung von FW-Geschäftsführer Thomas Regge auf, der von schlechter Außenwirkung sprach, wenn in der Öffentlichkeit die Situation in der strukturschwachen Region beklagt würde. Leifer fragte ihn, ob die beabsichtigte 30-prozentige Absenkung des Einkommensniveaus gut für das Image der Verlage ist? Damit werden junge Menschen faktisch gezwungen, ein PR-Studium zu beginnen. Woher sollen die Fachleute dann kommen, die noch zwischen Journalismus und PR unterscheiden können?

Eine Antwort blieb Regge schuldig.