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09. April 2018

Tarifrunde Tageszeitungen

Streik bei Freies Wort und Südthüringer Zeitung

Streikversammlung des Freien Worts in Suhl. Foto: Karl-Heinz Frank

Zwei Drittel der für Freies Wort und Südthüringer Zeitung tätigen Redakteurinnen und Redakteure folgten heute dem Streikaufruf von DJV und ver.di. Zwischen 10.00 und 12.00 Uhr legten sie die Arbeit nieder und trafen sich zu Streikversammlungen in Suhl und Bad Salzungen.

 

Eine Gehaltsumwandlung zugunsten eines Leasingvertrages für ein Fahrrad, wie vom BDZV vorgeschlagen, ist ein untaugliches Mittel, für das die Beschäftigten des einzigen tarifgebundenen Verlags im Freistaat weder Interesse noch Verständnis zeigten. Zu sehr überwiegen die Nachteile einer solchen Regelung: weniger Geld in die Rentenkasse und die zusätzlich Altersversorge. Stattdessen muss weiterer Reallohnverlust verhindert und mit dem Gehaltsabschluss mindestens die Teuerungsrate kompensiert werden.

 

Mit Beifall goutierten die Redakteurinnen und Redakteure der beiden Zeitungstitel den Solidaritätsstreik der in der HCS Content GmbH angestellten Kolleginnen und Kollegen. Die Beschäftigten der in Coburg ansässigen Firma arbeiten in Redaktionen des Freien Worts, der Südthüringer Zeitung, der Neuen Presse Coburg und der Frankenpost zu Bedingungen, die bis zu einem Drittel unter denen der Stammbelegschaft liegen. Mit diesem Zustand wollen sie sich nicht länger abfinden.

 

„Die Kolleginnen und Kollegen beim Freien Wort und der Südthüringer Zeitung haben mindesten den Inflationsausgleich verdient“, erklärte Heidje Beutel, Vorsitzende des DJV Thüringen. „Die DJV-Forderung von 4,5 Prozent Gehaltszuwachs ist nicht maßlos, sondern wegen der hohen Arbeitsbelastung in den Redaktionen berechtigt.“

 

Die Redakteurinnen und Redakteuren der beiden Zeitungstitel treten mit ihrem Arbeitskampf auch der Entwertung des Berufs Journalist durch die Verlagsvertreter entgegen. Wer sehr gut ausgebildete Hochschulabsolventen haben will, muss einen adäquaten Lohn anbieten. Die Zukunft des Journalistenberufs ist deshalb eng mit der Zukunft der Tageszeitungen verknüpft.