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24. Juni 2019

MDR-Vergütungsrunde

Vergütungsangebot weiter erheblich unter dem Abschluss des ÖD

Gegenüber der Verhandlungsrunde am 13. Mai 2019 wartete die MDR-Geschäftsleitung am Freitag vergangener Woche mit einem etwas verbesserten Angebot auf. Das betraf allerdings nicht den Gehalts- und Honorarzuwachs, der insgesamt vier Prozent bezogen auf eine Laufzeit von zwei Jahren betragen soll. Beim NDR waren in der vergangenen Woche nach einem Warnstreik 4,2 Prozent angeboten worden, alles weiterhin deutlich unter dem Abschluss im öffentlichen Dienst. Die Geschäftsleitung macht den Erhalt der bisherigen Beschäftigungsverhältnisse sowie -umfänge und die Erhöhung der Budgets für den Programmaufwand an den Standorten von der Akzeptanz der angebotenen insgesamt vier Prozent Gehalts- und Honorarerhöhung für zwei Jahre durch die Gewerkschaften abhängig.

 

Das verbesserte Angebot betrifft:

 

1. das Urlaubsgeld für die Festangestellten, das nach Vorstellung der Senderverantwortlichen um 50 € auf 750 € ansteigen könnte.

Vorschlag der Gewerkschaften: Das Angebot ist noch nicht ausreichend. Neben einem höheren Steige-rungsbetrag könnte die Dynamisierung des Urlaubsgelds in Abhängigkeit von den tarifierten Gehaltser-höhungen zu einem akzeptablen Ergebnis führen. Für die Freien wäre die Änderung der Bezugsgröße für die Berechnung der Urlaubsvergütung von derzeit 1/365 auf 1/220 der Vorjahresbezüge als Alternative zum geforderten Urlaubsgeld vorstellbar.

 

2. eine Angebotsgarantie von 70 Prozent für langjährig beschäftigte Freie (mehr als 25 Jahre) mit programmgestaltenden Tätigkeiten.

Vorschlag der Gewerkschaften: Die Angebotsgarantie muss für alle Freien mit programmgestaltenden Tätigkeiten gelten. Freie mit nicht programmgestaltenden Tätigkeiten haben einen Bestandsschutz von 85 Prozent.

 

3. Zahlung eines Nachthonorars, bei dem zusätzlich zum üblicherweise gezahlten Schichthonorar 25 Prozent der Mindestvergütung für die Tätigkeit gewährt werden. Das aber nur, wenn das Schichthonorar nicht über 200 Euro liegt und mindestens vier Stunden im Zeitraum zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr gearbeitet wird.

Vorschlag der Gewerkschaften: Die gesundheitliche Belastung von Nachtarbeit ist für alle Freien gleich. Deshalb muss das Nachthonorar zusätzlich zu jedem üblicherweise gezahlten Schichthonorar gewährt werden.

 

4. Anhebung des monatlichen Kleidergeldes für Orchester- und Chormitglieder von 20,45 € auf 40,00 € mit Integration in das Gehalt.

Vorschlag der DOV: Das Angebot muss nachgebessert werden, weil die Kolleg*innen nach Berechnungen der DOV lediglich 8 Euro/Jahr Netto mehr hätten.

 

Ergänzend dazu bleiben die Angebote aus der vorigen Verhandlungsrunde bestehen:

- für Festangestellte 5 unbezahlte Urlaubstage pro Jahr für eine Testphase von zwei Jahren,

- Freie, die erstmals mindestens 72 Tagen beschäftigt werden, erhalten bereits in dem Jahr 24 Kalendertage Urlaub,

- Zahlung von Zeitzuschlägen für alle Festangestellten im Schicht- bzw. unregelmäßigen Dienst.

 

Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 7. August 2019 will sich die Geschäftsleitung zur Dynamisierung der Effektivhonorare äußern. Die Gewerkschaften fordern die Aufhebung der Kostenstellenbezogenheit als Kriterium für ein standardisiertes Honorar. Damit würden auch die Honorare jener Freien erhöht, die besonders flexibel mehrere Tätigkeiten in unterschiedlichen Bereichen ausüben. Zur Anhebung der Grenze für die soziale Schutzbedürftigkeit (derzeit 76.000 €) hat die Geschäftsleitung noch kein Angebot vorgelegt. Sie begründet ihre Entscheidung damit, dass ein höherer Betrag in den Gre-mien und in der Politik nicht darstellbar ist. Diese Position ist für die Gewerkschaften nicht akzeptabel, weil die Erhöhung der Mindest- und Effektivhonorare sowie der Erhalt der bisherigen Beschäftigungsumfänge logischerweise zur Anhebung dieser Grenze führen muss. Deshalb haben die Gewerkschaften vorgeschlagen, keine Grenze für die soziale Schutzbedürftigkeit mehr zu benennen. Stattdessen soll die Bemessungsgrenze für Zahlungsansprüche aus dem Tarifvertrag jeweils der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung entsprechen.

 

Für alle anderen Forderungen der Gewerkschaften gab es überhaupt keine Angebote oder Vorschläge von der Geschäftsleitung. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 07.08.2019 statt.