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06. September 2011

Mitteldeutscher Rundfunk

Politisch unabhängig und meinungsbildend

Der DJV-Landesverband Thüringen sieht den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) am Scheideweg. Die Dominanz der Quote, das unredliche Verhalten von Mitarbeitern in der Führungs- und mittleren Leitungsebene sowie die Kluft zwischen der Führungsetage und den Beschäftigten hat zu Verwerfungen im Sender geführt. Die anstehende Wahl der Intendantin/ des Intendanten kann vor diesem Hintergrund eine Zäsur werden.

 

Der MDR muss sich wie der gesamte öffentlich-rechtliche Rundfunk für die von den Bürgern erhobene Rundfunkgebühr und die Programmqualität als Unterscheidungsmerkmal zum privaten Rundfunk erheblich rechtfertigen. Deshalb müssen die Programme noch mehr als bisher dem Grundversorgungsauftrag aus Information, Bildung und Unterhaltung unabhängig von der Quote entsprechen und meinungsbildend sein. Programmvielfalt bedeutet dabei, dass sowohl Sendungen für Minderheiten, als auch für die breite Masse angeboten werden müssen.

 

Der DJV-Landesverband Thüringen erwartet von der/m künftigen Intendantin/Intendanten, dass sie/er

 

  • gegen alle Formen der politischen Einflussnahme vorgeht,
  • die bestehenden Strukturen und Formen der Beschäftigung im Sender kritisch bewertet und damit zugleich die Ursachen für die Skandale in der Vergangenheit aufarbeitet sowie Maßnahmen ergreift, die Verfehlungen künftig weitestgehend ausschließen,
  • die Informationsangebote insbesondere in der politischen und Wirtschaftsberichterstattung erweitert,
  • die Regionalberichterstattung ausbaut und die drei Länder in den länderübergreifenden Programmen ausgewogen darstellt,
  • sich für strukturelle Änderungen des Finanzausgleichs zur Beseitigung des wirtschaftlichen Ungleichgewichts zwischen den ARD-Anstalten einsetzt,
  • die Kommunikation mit der Belegschaft verbessert und deren Kompetenzen für die Verbesserung der Programme nutzbar macht.

 

Der DJV-Landesverband Thüringen fordert den Rundfunkrat des MDR auf, diese Anforderungen bei der Wahl der/des Intendantin/Intendanten zu berücksichtigen.