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25. Juli 2011

MDR-Vergütung

Neue Verpackung, aber kaum mehr wert!

Nach mehr als fünf Stunden intensiver und kontroverser Diskussion haben die Tarifkommission der Gewerkschaften und die MDR-Geschäftsleitung die Verhandlung über Gehälter und Honorare ohne Ergebnis und ohne neuen Termin abgebrochen. Für den MDR ist das heute vorgelegte Angebot das Ende der Fahnenstange.

 

Danach sollen die Gehälter der fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Volontäre und Auszubildenden vom 01.04.2011 an um 2,4 Prozent steigen, um weitere 1,9 Prozent zum 01.04.2012. Die arbeitnehmerähnlichen freien Kolleginnen und Kollegen sollen dem entsprechend Einmalzahlungen erhalten, im Jahr 2011 in Höhe von 2,4 Prozent auf der Basis der Jahreseinkünfte von 2010 und im Jahr 2012 in Höhe von 1,9 Prozent auf der Basis der Jahreseinkünfte von 2011. Außerdem sollen die Mindesthonorare zum 01.04.2011 um 2,4 Prozent und zum 01.04.2012 noch einmal um 2,0 Prozent steigen.

 

Die MDR-Geschäftsleitung lehnt es mit dem Argument der unsicheren finanziellen Situation ab, über dieses im Rahmen des WDR-Abschlusses liegende Angebot hinaus einen Schritt in Richtung einer stufenweisen Angleichung an das ARD-Niveau zu gehen. Die Geschäftsleitung erklärte ausdrücklich, keine Notwendigkeit und keinen Handlungsbedarf für eine ARD-Angleichung zu sehen. Auch die Einführung von Sonn- und Feiertagshonoraren lehnt die MDR-Geschäftsleitung weiterhin ab. Teilweise würden bereits Feiertagshonorare gezahlt, für eine tarifliche Regelung bestünde keine Notwendigkeit.

 

Damit ist der MDR erneut nicht auf die Kernforderungen der Gewerkschaften eingegangen, die durch das Votum der Teilnehmer der Mitarbeiter-Umfrage eindrucksvoll unterstützt worden sind. Das Argument der unsicheren finanziellen Situation können die Gewerkschaften zum Teil nicht nachvollziehen, da die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der ARD (KEF) der ARD mit dem Wechsel zum neuen Beitrags-Modell jährliche Mehreinnahmen von 600 Millionen Euro prognostiziert. (Quelle: KEF, 25.01.2011) Die Gewerkschaften sehen die einzige Möglichkeit darin, in den nächsten Tagen und Wochen mit Warnstreiks an den einzelnen Standorten wieder Bewegung in die festgefahrene Verhandlungssituation zu bringen. Wir werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unmittelbar über die geplanten Aktionen informieren.