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22. Februar 2016

Mediengruppe Thüringen

Guter Journalismus funktioniert nicht mit weniger Redakteuren

Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Geschäftsführung der Mediengruppe Thüringen aufgefordert, die von der Streichung bedrohten 57 Redakteursstellen in der Mantelredaktion komplett in die Lokalredaktionen der Zeitungen zu überführen. Zuvor war bekannt geworden, dass die zur Funke-Mediengruppe gehörenden Thüringer Zeitungen erneut einem gravierenden Strukturwandel unterzogen werden sollen. So ist vorgesehen, dass die Thüringer Allgemeine, die Ostthüringer Zeitung und die Thüringische Landeszeitung ihre unabhängigen Mantelredaktionen verlieren. Die Inhalte soll künftig eine Gemeinschaftsredaktion für alle drei Titel liefern. Die nationalen und internationalen Themen sollen ab Sommer von der Funke-Zentralredaktion in Berlin und die Sportberichte aus Essen kommen. Ausgebaut werden soll dagegen die Lokalberichterstattung in Thüringen. Ob das allerdings gelingen kann, wenn, wie angekündigt, Lokalredaktionen von zwei Titeln an einem Standort zu einer Gemeinschaftsredaktion zusammen gelegt werden, ist zu bezweifeln.

 

„Wenn der von der Geschäftsleitung behauptete Auflagenschwund gestoppt werden soll, müssen die journalistischen Inhalte unverwechselbar werden“, erklärte DJV -Hauptgeschäftsführer Kajo Döhring. Redaktioneller Einheitsbrei sei Gift für die Auflage. Ralf Leifer, Geschäftsführer des DJV Thüringen, stellte fest, dass die Aufstockung der Lokalredaktionen um elf Journalisten aus der Mantelredaktion nicht ausreiche, um die angekündigte Informationsoffensive erfolgreich umzusetzen.