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Pressemitteilung

Zukunftsvision statt Kahlschlag – Journalismus ist MEHRWERT!

13.05.2024

Foto: MDR (Jehnichen)

Die DJV Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mittel­deutschen Rundfunks, die sich mit einem Offenen Brief an den Intendanten der Anstalt, Ralf Ludwig, gewandt haben.

Die DJV Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mittel­deutschen Rundfunks, die sich mit einem Offenen Brief an den Intendanten der Anstalt, Ralf Ludwig, gewandt haben. Darin äußern sie sich besorgt über die Kür­zungspläne im Bereich der investigativen Formate, die stark von den Sparplänen betroffen sind.

„Mit Wertschätzung für die Arbeit und die Menschen, die dahinterstehen, haben die Sparpläne nichts zu tun!“, kritisiert Heidje Beutel, Vorsitzende des DJV Thürin­gen. „Für die Beschäftigten ist die ungewisse Zukunft ihrer Jobs ein unerträglicher Zustand“.

Der DJV teilt zudem die Sorge der Unterschreibenden, dass der Mitteldeutsche Rundfunk da­mit seinem Programmauftrag nicht mehr angemessen gerecht wird. „Es ist eine der wichtig­sten Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, kritisch hinzuschauen“, gibt Sachsen-Anhalts Landesvorsitzender Theo M. Lies zu bedenken. „Mit den geplanten Kürzungen im Budget wird diese Kontrollfunktion jedoch torpediert.“

Ine Dippmann, Vorsitzende des DJV Sachsen, ergänzt:  „Das Zeichen, dass der MDR hier nach außen sendet, ist fatal: in politisch aufgeheizten Zeiten, in denen unterschiedlichste Akteure mit Desinformation versuchen, die Meinungsbildung in Deutschland zu beeinflussen, ist eine starke journalistische Stimme in Mitteldeutschland unabdingbar. Hier zu kürzen, heißt denen entgegenzukommen, denen an ausgewogener kritischer Berichterstattung wenig liegt.“

Zudem sind die Kürzungen ein Schlag ins Gesicht all derer, die in den vergangenen Jahren dafür gesorgt haben, dass die politischen Magazine des MDR ihr Publikum gefunden haben – ins­besondere im Digitalen. Diese wegweisende Aufbauarbeit wird nun einfach zusammen­gestrichen.

Der MDR will in den nächsten vier Jahren 160 Millionen Euro sparen. Warum das angesichts des vorhandenen Eigenkapitals in diesem Umfang nötig ist, bleibt unbeantwortet. Die vor­liegenden Sparpläne bedeuten für viele Beschäftigte zudem eine weitere Verdichtung der Arbeit, vielen freien Mitarbeitenden stehen Einschnitte beim Einkommen bis hin zur Beendi­gung der Beschäftigung bevor. Anders als Festangestellte sind sie weniger gut sozial abge­sichert, haben in vielen Fällen nicht einmal Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Mit den Sparmaßnahmen verbunden sind Einschnitte ins Programm, die auch von den Bei­tragszahlerinnen und –zahlern wahrgenommen werden und weitere Kritik an der Höhe der Rundfunkbeiträge bis hin zu Forderungen von deren Abschaffung zur Folge haben werden. In den unruhigen Zeiten ist nach Ansicht des DJV jedoch ein starker und unabhängiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk wichtiger denn je.

Für Rückfragen: Geschäftsführer Sebastian Scholz