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Neues Diskussionsformat im Thüringer Landtag

Am Pult der Zeit

26.10.2020

Foto: Jacob Schröter - Thüringer Landtag

So lautet der Titel eines Dialogformats, welches die Präsidentin des Thüringer Landtags, Frau Birgit Keller, ins Leben gerufen hat. Am 22. Oktober 2020 wurde zur ersten Gesprächsrunde geladen. Dieses widmete sich der Corona-Krise und deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben. Eingeladen waren der DJV Thüringen sowie weitere Gäste aus Kultur, Kunst, dem sozialen Bereich und der Wirtschaft. Und alle waren in unterschiedlicher Weise und Intensität von der Corona-Pandemie betroffen.

 

„Corona hat unser Leben verändert. Die Krise fordert uns in allen Bereichen; nicht selten existenziell. Und die Pandemie ist noch nicht vorbei. Umso wichtiger ist es, dass wir im Gespräch bleiben, wie sich in dieser Krise unser Leben verändert hat und wie wir mit der Situation umgehen“, eröffnete Landtagspräsidentin Keller die Diskussion.

 

DJV-Geschäftsführer Sebastian Scholz wies in den Gesprächen unter anderem auf die Situation der freien Journalistinnen und Journalisten hin. Diese müssen seit Beginn der Corona-Krise mit einem teils erheblichen Auftragseinbruch zurechtkommen. Staatliche Hilfen greifen meist nicht, weil i.d.R. lediglich Betriebskosten für die verschiedenen Soforthilfeprogramme geltend gemacht werden können. Betriebskosten aber fallen bei Freien kaum und wenn, dann nur in geringem Umfang an. Wichtiger wären Beihilfen für die Lebenshaltungskosten - da allerdings wird auf Hartz IV verwiesen.

 

Darüber hinaus thematisierte der DJV die im Frühjahr verfügte Schließung von Schulen und Kindertagesstätten sowie das Besuchsverbot in Pflegeinrichtungen. "Kinder und alte Menschen waren diejenigen, die während der Kontaktbeschränkungen im Frühjahr mit am meisten gelitten haben. Das darf so nicht wieder geschehen", fordert Sebastian Scholz. Viele KollegInnen mussten zunächst den Spagat zwischen Beruf und Kinderbetreuung meistern. Zumindest so lange bis klargestellt wurde, dass der Journalismus eine systemrelevante Infrastruktur ist und die Kolleginnen und Kollegen so die in den Einrichtungen angebotene Notbetreuung nutzen dürfen.

 

Gerade in Krisenzeiten würden politische Entscheidungsträger Impulse und Anregungen benötigen, um die aktuelle Lage immer wieder neu einschätzen zu können, stellte die Landtagspräsidentin Birgit Keller klar. Und es sei immer besser miteinander zu reden, als übereinander.

 

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