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Innovationsförderung im Journalismus

Landesanstalt für Medien in NRW veröffentlicht Gutachten

17.09.2020

Foto: Matthias Eckert

Vor kurzem hat die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen ein Gutachten zur Innovationsförderung im Journalismus veröffentlicht. Einer der Autoren ist Christopher Buschow, Professor an der Bauhaus-Universität Weimar. Der DJV Thüringen unterstützt die Diskussion um Innovationsförderung im Journalismus und veröffentlicht hier ein kurzes einleitendes Statement von Christopher Buschow:

 

Dass der Deutsche Bundestag jüngst 220 Millionen Euro für die digitale Transformation der Presse zur Verfügung gestellt hat, unterstreicht die Dringlichkeit einer systematischen Journalismusförderung auch in Deutschland. Wie genau jedoch Journalismus durch die öffentliche Hand gestärkt werden kann, ist aktuell Gegenstand zahlreicher Diskussionen auf Landes- und Bundesebene. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Förderung privatwirtschaftlich organisierter Presseunternehmen in Deutschland – im Gegensatz zu unseren europäischen Nachbarn – keine Tradition hat. Von Zustell- und Infrastrukturförderung über nutzerseitige Anreize wie Journalismus-Gutscheine bis hin zu einer dezidierten Medieninnovationspolitik sind derzeit verschiedene Modelle im Gespräch.

 

Wie die öffentliche Hand speziell Innovationen im Journalismus unterstützen kann, untersuchen mein Kollege Christian-Mathias Wellbrock von der Universität zu Köln und ich in dem jetzt erschienenen Gutachten „Die Innovationslandschaft des Journalismus in Deutschland“ im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW. Innovation wird dabei als essentielle Voraussetzung verstanden, um den aktuellen Herausforderungen und Problemlagen des Journalismus zu begegnen. Das Gutachten beschreibt Bedingungen und Schlüsselakteure des Innovationssystems, zeigt Barrieren für Innovation im Journalismus auf und stellt vielversprechende Instrumente der Innovationsförderung vor. Schließlich unterbreiten wir auf Stand der Forschung evidenzinformierte Handlungsempfehlungen und Vorschläge für eine zukunftsgerichtete Innovationspolitik im deutschen Journalismus.

 

Das Gutachten zeigt auch, dass mehrere Bundesländer, darunter Bayern, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg, bereits mit einer strukturierte Innovationspolitik für den Journalismus vorangegangen sind, die finanzielle Förderung mit Unterstützung in Aus- und Weiterbildung sowie Netzwerk- und Kooperationsbildung kombiniert. In Thüringen haben TLM und die Staatskanzlei 2019 das ausgesprochen aufschlussreiche Gutachten „Aktive Sicherung lokaler und regionaler Medienvielfalt“ vorgelegt. Im Anschluss an diese Vorarbeiten sind heute medienpolitische Initiativen erforderlich, um auf die zunehmend problematische Situation des Journalismus zu reagieren. Mit dem vorliegenden Gutachten hoffen wir auch einen Betrag zur Diskussion in Thüringen leisten zu können.

 

Ich danke dem DJV Thüringen, dass er die Diskussion um das Gutachten unterstützt, und wünsche den Leserinnen und Lesern eine aufschlussreiche und gewinnbringende Lektüre!

 

Jun.-Prof. Dr. Christopher Buschow (Bauhaus-Universität Weimar)

 

Das Gutachten finden Sie HIER.

 

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