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„Brückenschlag“ – PR & Journalismus treffen Social Media

World Café zu Facebook, Twitter, Instagram und LinkedIn

20.10.2020

Einmal mehr haben wir im Oktober JournalistInnen sowie Presse- und ÖffentlichkeitsarbeiterInnen eingeladen, um uns auszutauschen, die Herausforderungen zu diskutieren, die der Job mit sich bringt, und vor allem, um voneinander zu lernen, wie man am besten mit diesen Herausforderungen umgeht. Diesmal ging es um die vier großen sozialen Netzwerke und die Möglichkeiten, die diese bieten - ebenso wie die Gefahren und Fallen, die beim Bespielen der verschiedenen Kanäle lauern. Eine kurze Zusammenfassung:

 

Facebook

 

Kommunale ÖffentlichkeitsarbeiterInnen posten ihre Informationen über Facebook, weil die Stadträte das Medium intensiv nutzen. Der Facebook-Account soll ansonsten die Nutzer wie ein Staubsauger auf die Internetseite der Kommune lenken. Manchmal landen Facebook-Posts per Link in Whatsapp-Gruppen und gewinnen dadurch eine ganz eigene Reichweite.

 

Allerdings gibt es bei den Kommunen auch Bedenken bezüglich Datenschutz bei der Nutzung von Facebook und infolgedessen auch für Instagram. Begründung der Kommune: Wer Facebook-Posts sehen will, muss bei Facebook angemeldet sein und damit Daten von sich preisgeben. Man würde also bestimmte Nutzergruppen ausschließen. Deshalb wird nur gepostet, was auch auf der Internetseite zu finden ist.

 

Eine kommunale Gesellschaft hat mit einem Livestream über Elektromobilität 40.000 Menschen erreicht, die gesamte Veranstaltung von 20 Minuten haben sich 4.000 Menschen angesehen. Für diesen Livestream hat das Unternehmen Geld für die Technik und Moderator ausgegeben.

 

Nach Angaben von Bernd Seydel (DJV Thüringen) kann man mit Creator Studio seine Social Media-Kanäle (Facebook und Instagram) ganz gut koordinieren. Er hat zudem gute Erfahrungen mit einem Azubi-Projekt gemacht, wo gemeinsam an den Inhalten für den Instagram-Auftritt eines Unternehmens gearbeitet wird. Bernd Seydel plädiert dafür, dass nur handwerklich gute Fotos gepostet werden.

 

JournalistInnen greifen eher die inoffiziellen Informationen ab – zum Beispiel aus den Stadtgruppen, um daraus dann recherchierte Beiträge zu machen. Für sie ist es auch interessant, die eigene Arbeit zu posten. Wenn der Arbeitgeber die Arbeit der JournalistInnen veröffentlicht, ergeben die Kommentare manchmal interessante neue Aspekte. Manchmal kommen aber nur Vorwürfe, die man mit Fakten zurückweisen muss.

 

Instagram

 

Instagram lebt von guten Fotos. PR-Leute von Städten posten beispielweise nur schöne Stadtansichten, informative Posts wie zum Beispiel ein Plakat mit Corona-Vorschriften bringen keine Herzen. Ein kommunales Unternehmen (Energie) hat Instawalks organisiert, wo gemeinsam interessante Fotos von Gasleitungen (die eigentlich jeder hässlich findet) gemacht wurden.

 

Toni Spangenberg (DJV Thüringen) erklärt, dass JournalistInnen bei Instagram Fotos aus ihren Reportagen oder ausgekoppelte Filme posten und damit über ihre eigene Recherche berichten können. Einige senden auch mit ihrem Handy live ein Interview, das sie für eine Reportage aufnehmen. Auf jeden Fall braucht man immer ein Symbolfoto oder eine Grafik, einen Text allein hat auf Instagram keinen Sinn.

 

LinkedIn/XING

 

Ninette Pett (DJV Thüringen) kritisiert, dass Vertriebler das Medium nutzen, um ihre Sachen zu verkaufen. Das sei aber nicht der Sinn dieser Plattformen. Man knüpfe Kontakte – ähnlich wie im echten Leben, wo man auch manchmal fremde Menschen anspricht, Visitenkarten austauscht und später vielleicht telefoniert. Bei einer Kontaktanfrage, schaut man sich das Profil an, ob es passt. Als Unternehmen veröffentliche man seriöse Informationen – auch auf unterschiedlichen Kanälen mit dem gleichen Bild aber angepasstem Text. Ninette Pett erforscht das Thema Kommunikation und Vernetzung für „Mittelstand 4.0, Kompetenzzentrum Ilmenau“.

 

Twitter

 

Bei Twitter kann man sich seine Freunde gut aussuchen, erklärt Lars Radau (Geschäftsführer DJV Sachsen). Er twittert für den DJV Sachsen und hat noch zwei private Twitter Accounts. Beim einem offiziellen Account wie dem DJV Sachsen twittert er reine Informationen über die Arbeit des DJV. Bei seinen privaten Accounts kommentiert er das aktuelle Geschehen – und zwar oft nur mit einem „nun“. Dieses ironische „nun“ ist nach Einschätzung seiner Fans als Kommentar oft besser geeignet als wutschäumende Auslassungen anderer Twitternutzer.

 

Nach Radaus Beobachtung laufen Tweets besser mit Bild oder GIF und mit nur einem Hashtag. Die Begrenzung auf 280 Zeichen pro Tweet sei kein echtes Problem, weil man in einem Thread mehrere Tweets miteinander verbinden könne. Er hat als freier Journalist auch oft per Direktnachricht Kontakt mit Politikern (die ihm folgten) aufgenommen – und das habe besser funktioniert als der Weg über die Pressestelle.

 

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